Pflege ist Vertrauenssache

Verhinderungspflege


Die Pflegekasse zahlt eine notwendige Ersatzpflege, wenn Sie wegen Urlaubs oder wegen einer Erkrankung Ihre Angehörigen nicht pflegen können.

Alten und Krankenpflege

Dieser Anspruch besteht für maximal vier Wochen im Jahr. Man nennt dies Verhinderungspflege.

 

Auch Pflegebedürftige, die ihre Pflege durch einen Pflegedienst und daneben durch private Pflege organisieren (sogenannte Kombinationsleistung), haben diesen Anspruch. Die Verhinderungspflege kann durch eine vertraute Person (Angehörige, Freunde, Nachbarn) oder durch einen ambulanten Pflegedienst erfolgen. Alternativ kann auch eine vollstationäre Einrichtung (z.B. Pflegeheim) die Ersatzpflege übernehmen.

 

Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige einer Pflegestufe zugeordnet ist und die Pflegeperson den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Die Kosten für eine Ersatzpflegekraft trägt die Pflegekasse bis zu einem Betrag von 1.550,00 EUR im Kalenderjahr.

 

Wird die Ersatzpflege von Angehörigen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum II. Grad verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, übernommen, so erhält er Pflegegeld entsprechend der festgestellten Pflegestufe.

 

Ein vorheriger Antrag auf Gewährung der Verhinderungspflege oder eine vorherige Genehmigung durch die Pflegekasse ist nicht erforderlich aber ratsam. Zur anschließenden Erstattung der Kosten muss ein Antrag durch den Pflegebedürftigen erfolgen. Zu beachten ist, dass für die Dauer der Verhinderungspflege die Zahlung des Pflegegelds eingestellt wird, das Geld für die Verhinderungspflege also anstatt des Pflegegelds ausgezahlt wird.

 

Verhinderungspflege bei stundenweiser Abwesenheit

Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer stundenweisen Verhinderungspflege. Diese kann für dringende Besorgungen oder auch für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Verhinderungspflege eine Dauer von acht Stunden nicht überschreitet. Im Unterschied zur längeren Verhinderungspflege wird eine solche kurzzeitige Vertretung nicht auf die jährliche Höchstdauer von 28 Tagen angerechnet; auch das Pflegegeld wird nicht gekürzt. Die Kosten dafür werden allerdings vom Jahreshöchstbetrag von 1550 € abgezogen. Die stundenweise Verhinderungspflege kann unter diesen Bedingungen auch für mehrere aufeinander folgende Tage in Anspruch genommen werden. In diesem Fall ist es allerdings sinnvoll, dies vorher mit der Pflegekasse abzusprechen.